Ich rede statt zu tippen. Wispr Flow läuft im Hintergrund auf Laptop und Handy, ich drücke eine Taste, rede, und der Text steht in dem Feld, in dem der Cursor blinkt. Mail, Slack, Notion, das Prompt-Feld von Claude. Für eine fertige Mail reicht es, weil es die Struktur direkt aufräumt und ich zwischen casual und formell umstelle.
Am deutlichsten merke ich es beim Prompten. Getippt gibst du zwei Zeilen Kontext, weil Tippen Arbeit ist, und auf zwei Zeilen antwortet dir eine AI so, dass es zu allem passt und zu deinem Fall nicht. Geredet sind es vier Absätze, in weniger Zeit.
Es hilft nicht, wenn du noch nicht weißt, was du sagen willst. Diktat macht aus Unklarheit schnellere Unklarheit.
Granola sitzt in jedem Call und schreibt mit, ohne dass ein Bot im Meeting auftaucht. Das Transcript liegt danach direkt in Claude, weil die beiden verbunden sind. Vier Termine hintereinander, danach null Minuten Nachbereitung.
Die Entscheidung, ob ein Gespräch überhaupt mitgeschrieben werden darf, nimmt es dir nicht ab.
Der Kern. Da passiert die eigentliche Arbeit, den ganzen Tag, an fast allem. Claude besteht aus vier Teilen, und die meisten kennen einen.
Chat ist die Basis. Über Konnektoren steuerst du von dort deine anderen Werkzeuge, Notion, Gmail, Kalender. Skills sind einmal beschriebene Abläufe, die du immer gleich abrufst, und in Projekten liegt dein Kontext gebündelt, damit du ihn nicht jedes Mal neu erklärst.
Cowork geht an die Dateien auf deinem Rechner und führt geplante Aufgaben aus, ohne dass du nochmal draufdrückst. Meine Buchhaltung läuft da. Zieh die Rechnungen aus meinen Mails und leg sie in den passenden Ordner, das ist der ganze Auftrag.
In Design liegt die Brand Identity, Farben, Schriften, Logo. Ich sage, was ich brauche, und das Asset kommt im Markendesign raus.
Code übernimmt das schwere Zeug, Software, Webseiten, Apps.
Tagesaktuelle Zahlen holt es nur, wenn du die Recherche einschaltest. Sonst schätzt es.
Wie du Claude einmal sauber einrichtest, damit es dein Geschäft kennt, steht im Guide Das Claude-Setup.
Alles, was aktuell aus dem Web kommen muss. Markt, Wettbewerber, Preise. Hier wird nachgeschlagen statt geschätzt, mit anklickbarer Quelle unter jedem Satz. Preise holt es sich von den Seiten, statt sie aus dem Modell zu ziehen.
Für Abwägung und Einordnung nehme ich es nicht.
Eigene Dokumente. Die Protokolle einer ganzen Woche, ein Ordner Verträge, fünf Stunden Vortrag als YouTube-Link. Es antwortet nur aus dem, was in den Quellen steht, und erfindet deshalb nichts dazu.
Was nicht in den Quellen liegt, kommt auch nicht raus.
Auf dem Handy, wenn ich unterwegs etwas nachfragen will und der Laptop zu ist.
Für Arbeit, die meinen gesammelten Kontext braucht, gehe ich zurück zu Claude.
Replit ist eine Entwicklungsumgebung im Browser. Du beschreibst in normaler Sprache, was die Anwendung können soll, der Agent schreibt den Code, installiert die Abhängigkeiten, legt die Datenbank an und stellt das Ganze online. Kein Terminal, keine Installation auf deinem Rechner, keine Konfigurationsdateien.
Vibe Coding heißt das, weil du nicht programmierst, sondern beschreibst und danach korrigierst. Läuft etwas nicht, sagst du es in einem Satz und lässt neu bauen. Du musst nicht lesen können, was da entsteht, du musst sehen können, ob es tut, was du wolltest.
Ich nehme es für interne Werkzeuge und kleine Web-Apps für Kunden. Ein Formular, das etwas ausrechnet. Eine Übersicht, die eine gewachsene Excel ablöst. Ein Demo-Tool, das im Termin läuft, statt auf einer Folie beschrieben zu werden. Genau dafür ist es gebaut, und genau da ist es unschlagbar schnell.
Für Produktivsysteme mit echten Anforderungen an Sicherheit und Skalierung braucht der erzeugte Code eine ernsthafte Überarbeitung. Was Kundendaten verarbeitet, sieht vorher jemand an, der Code lesen kann.
Der Ablageort. Ohne ihn schreiben die anderen sieben ins Leere. Redaktionsplan, Playbooks, Kundenprojekte, die Meeting-Notizen aus Granola, alles liegt da, und Claude greift über den Konnektor direkt drauf zu.
Gedacht wird woanders. Notion ist ein Speicher.